Startseite | Impressum | Kontakt |

Philosophie und Geschichte der Osteopathie

Eine ganzheitliche Methode

Bei der Osteopathie handelt es sich um eine ganzheitliche, sehr sanfte und rein manuelle Heilmethode, bei der auf Medikamente vollkommen verzichtet wird.
Das osteopathische Prinzip besteht in der Behebung von Störungen der Körpermechanik vorwiegend durch manuelle Techniken. Therapeutisches Ziel ist dabei die Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts und die Stimulation der Selbstheilungskräfte des Körpers.

Bewegung ist Leben

Die Osteopathie legt Wert darauf, als eigenständige Behandlungsmethode angesehen zu werden, denn ihr liegt eine besondere Philosophie zugrunde: „Bewegung ist Leben".
Dieser Grundgedanke bezieht sich auf alle Strukturen des Körpers, auf die Gelenke, die Muskeln, das Bindegewebe, die Nerven, die Organe und sogar auf die Körperflüssigkeiten. Sind Bewegung und Beweglichkeit dieser Strukturen eingeschränkt oder vermindert, entsteht hier die Grundlage für Krankheiten. Befinden sich die Strukturen des Körpers in einem Zustand bestmöglicher Bewegungsqualität, in dem ein harmonisches Zusammenwirken möglich ist, entsteht daraus Gesundheit. Durch eine gründliche manuelle Untersuchung aller Gelenke und Körpergewebe erhält der Therapeut Informationen über die Qualität der Bewegung, entscheidend ist dabei nicht die Form der Struktur, sondern ob und wie sie sich bewegt!

Bewegungseinschränkungen, die durch die Funktionsstörungen einer Körperstruktur enstehen, können sich auch in anderen Körperbereichen äußern. Verursacht wird dieses Phänomen durch vielfältige Kompensationsmechanismen des Körpers. Funktionen und Aufgaben des eingeschränkten Körperteils werden von anderen Körperbereichen übernommen, um die Bewegungseinschränkung weitestgehend auszugleichen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sind jedoch diese Kompensationsmechanismen erschöpft und eine kleine Funktionsstörung kann sich zu einem krankmachenden Prozess entwickeln. Beispielsweise kann eine Störung im Bereich des Zwerchfells ein Problem im 4.-5. Halswirbel hervorrufen oder umgekehrt.

Geschichte der Osteopathie

Osteopathie ist keine neue Behandlungsmethode - sie wurde von dem Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still entwickelt, der damit 1874 an die Öffentlichkeit trat.

Dr. Andrew Taylor Still war ein Arzt, der mit seinen Fähigkeiten und seinem Wissen sehr unzufrieden war. Aufgrund dessen begann er sich mit den Traditionen und den Regeln der anatomisch orientierten Medizin auseinanderzusetzen und erkannte, dass er große manuelle Fähigkeiten besaß, um diese Regeln in therapeutisches Handel zu verwandeln. Er begann wohl mit Behandlungen von verrenkten Gelenken und Wirbeln, wobei er mit der Zeit bemerkte, dass er außer den beklagten Knochenleiden, „Osteopathien" auch andere Symptome verändern konnte. Dies führte ihn dazu die anatomischen Zusammenhänge zwischen dem Bewegungsapparat und dem Nerven - und Organsystem zu erforschen. Seine Schlußfolgerungen sind die folgende Grundregeln der osteopathischen Medizin.

1. Wechselbeziehung Struktur-Funktion: Strukturelle Störungen ziehen Funktionsstörungen nach sich. Da die verschiedenen Strukturen des Körpers (knöcherne, muskuläre und viszerale, d. h. die inneren Organe betreffende) miteinander interagieren, können sich Störungen der einen Struktur auf eine andere auswirken.

2. Arterielle Regel: Eine Störung der Versorgung mit Flüssigkeit (Blut, Lymphe, Liquor) wirkt sich negativ auf die Funktion des unterversorgten Organs aus.

3. Gesamtheit des Körpers: Defekte in einem bestimmten Bereich des Körpers können sich auf den Gesamtorganismus auswirken.

4. Fähigkeit zur Selbstheilung: Ziel des Therapeuten ist es, durch gezielte Stimulation die vorhandenen Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, um ihn auf Dauer zu stärken.

Diese Grundregeln und die daraus entstandenen Techniken vermittelte er in seinen letzten Lebensjahrzehnten in seiner eigenen Schule für Osteopathie in Kirksville/Missourie.

Die Schüler seiner Schule waren ausschließlich Ärzte. Diese verbreiteten seine Lehren in kurzer Zeit über den ganzen Kontinent und anschließend in Europa.

Gleichzeitig fand eine Weiterentwicklung der Techniken statt und die wissenschaftlichen und anatomischen Kenntnisse nahmen konstant zu, so dass die Osteopathie im Laufe der Jahre eine moderne und dynamische Therapieform mit konstantem Zuwachs an Theorie und Praxis geworden ist, ohne dabei die alten Grundsätze von Dr. Still und seinen Vordenkern aus den Augen zu verlieren. Heutzutage besteht die Osteopathie aus drei anatomisch - technisch unterschiedlichen Bereichen, die jedoch nur in ihrer Gemeinsamkeit die Idee der Ganzheit des Menschen und damit der Osteopathie verkörpern:

Strukturelle Osteopathie = Bewegungs / Stützapparat
Viscerale Osteopathie = Organe und Gefäße
Cranio-sacrale Osteopathie = Schädel, Kreuzbein und deren Inhalt